Vanguard FTSE All-World High Dividend Yield UCITS ETF IE00B8GKDB10: Kursentwicklung +143.96% seit Auflegung, Stand 14.08.2026, Vorstellung und Analyse

Teil 5 und Abschluss der Serie: IE00B8GKDB10, der Vanguard FTSE All-World High Dividend Yield UCITS ETF. Über 2’350 Positionen, seit 2013 am Markt — damit sowohl der mit Abstand am breitesten diversifizierte als auch der am längsten laufende ETF dieser gesamten Serie.

Anders als bei den ersten vier Teilen repliziert dieser ETF seinen Index aber nicht vollständig physisch, sondern per „optimized sampling“ — ein Detail, das ich mir genauer angeschaut habe. Und zum Schluss die Frage, die sich über die ganze Serie aufgebaut hat: Schlägt die Diversifikation und die tiefere Volatilität dieses ETFs tatsächlich den bisherigen Spitzenreiter der Serie, TDIV aus Teil 3 — oder bleibt VanEck der Bestperformer in Franken?

Kurzer Fahrplan: Zuerst die Kennzahlen, dann Struktur und Zusammensetzung (inklusive der Frage, wann optimized sampling zum Problem werden kann), danach die Performance im direkten CHF-Vergleich mit allen vier bisherigen Teilen der Serie, der Steuer-Check — und zum Schluss meine Einordnung.

Kennzahlen im Überblick

KennzahlWert
NameVanguard FTSE All-World High Dividend Yield UCITS ETF
ISINIE00B8GKDB10
Schweizer Valorennummer20’974’572
Ticker (SIX, CHF-Linie)VHYL
FondsdomizilIrland
Anbieter / ManagerVanguard Group (Ireland) Limited
Auflagedatum21. Mai 2013 (rund 13 Jahre am Markt) — der längste Track Record der Serie
TER (Ongoing Charges Figure)0.29% p.a. (zzgl. laut KID rund 0.03% p.a. Transaktionskosten)
Fondsgrösse AnteilsklasseUSD 9’895 Mio. (≈ CHF 9.1 Mrd.), Stand 30.06.2026
Fondsgrösse gesamt (alle Anteilsklassen)USD 12’820 Mio., Stand 30.06.2026
ReplikationsmethodePhysisch, optimized sampling (repräsentative Auswahl, kein Full-Replication-Fonds wie die anderen vier der Serie)
Ausschüttend / ThesaurierendAusschüttend
AusschüttungsrhythmusVierteljährlich
Benchmark-IndexFTSE All-World High Dividend Yield Index
SFDR-EinstufungKeine ESG-Klassifizierung (justETF: „Sustainability: No“)
Anzahl Positionen2’368 (Vanguard) bzw. 2’355 (justETF) — Benchmark: 2’430 Titel
Top-10-Konzentration10.70% (justETF) — mit Abstand die tiefste der Serie
Ausschüttungsrendite (aktuell)rund 2.38% (justETF)
Risikoklasse (PRIIP-KID)3 von 7 (medium-low) — tiefer als TDIV und FGQC (je 4 von 7)
Empfohlene Haltedauer5 Jahre
Fondswährung (Basis)USD, an SIX zusätzlich in CHF handelbar (unhedged)
Volatilität 1 Jahr (in CHF)8.67% (justETF)
Gesamtrendite seit Auflegung (CHF)+143.96% (Stand 14.08.2026)

Quellen: Key Information Document (Stand 24.03.2026, offizielle Primärquelle), Vanguard-Factsheet (Stand 30.06.2026), justETF-Profil (Stand ca. 14.08.2026). Kleinere Abweichungen zwischen den Quellen (Positionszahl, Top-10-Konzentration, Fondsgrösse) ergeben sich aus unterschiedlichen Stichtagen bzw. Umrechnungskursen, nicht aus widersprüchlichen Daten.

Zur Ausschüttungsrendite

Das Vanguard-Factsheet weist unter „Equity yield (dividend)“ 3.1% aus — das ist aber ausdrücklich die durchschnittliche Dividendenrendite der gehaltenen Aktien, nicht das, was der Fonds tatsächlich an dich ausschüttet (so auch im Glossar des Factsheets festgehalten).

Die tatsächliche, an dich ausbezahlte Ausschüttungsrendite liegt laut justETF bei aktuell 2.38% in CHF-Ansicht (bzw. 2.96% auf 12-Monats-Basis) — gegengecheckt mit der USD-Ansicht (2.43% aktuell, 2.99% auf 12-Monats-Basis) liegen beide Werte im selben Bereich, die kleine Differenz ist FX-bedingt. Für den Vergleich mit CHDVD & Co. verwende ich die CHF-Zahl (2.38%).

Struktur & Zusammensetzung: über 2’350 Titel, aber mit einer Replikations-Eigenheit

Der FTSE All-World High Dividend Yield Index bildet grosse und mittelgrosse Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern ab, die eine überdurchschnittlich hohe Dividendenrendite zahlen (REITs sind ausgeschlossen). Kein Qualitäts-Screening wie bei Fidelity, kein ESG-Filter wie bei VanEck oder Fidelity — einfach hohe Dividendenrendite, breit über die ganze Welt gestreut.

PositionGewicht
JPMorgan Chase & Co.1.61%
Johnson & Johnson1.44%
Exxon Mobil Corp.1.34%
Cisco Systems, Inc.1.09%
AbbVie, Inc.1.05%
Bank of America Corp.0.89%
UnitedHealth Group Inc0.88%
The Home Depot0.82%
Procter & Gamble Co.0.81%
HSBC Holdings Plc0.77%

justETF, Stand 30.06.2026.

Die Top 10 kommen zusammen auf gerade einmal 10.70% von über 2’350 Positionen — das ist die mit Abstand tiefste Konzentration der ganzen Serie (zum Vergleich: TDIV 34.52%, FGQC 25.87%, CHDVD ~60% allein in den Top 4). Bemerkenswert auch, wer nicht in dieser Liste steht: keine einzige der „Magnificent Seven“, kein Nvidia, kein Apple, kein Microsoft — ein direkter Kontrast zu FGQC aus Teil 4, wo genau diese Namen die Spitze anführten.

Länder (justETF, Stand ca. 14.08.2026): USA 37.56%, Japan 9.20%, Grossbritannien 6.41%, Schweiz 4.70%, Kanada 4.41%, Frankreich 3.91%, Australien 3.27%, Taiwan 3.26%, Deutschland 3.03%, China 2.76%, Spanien 1.92%, Italien 1.44%, Niederlande 1.39%, Schweden 1.33%, Hongkong 1.27%, Südkorea 1.16%, Rest 12.98%. Zum Cross-Check (Vanguard-Factsheet, Stand 30.06.2026, leicht abweichender Stichtag): USA 40.0%, Japan 9.3%, UK 6.9%, Kanada 4.6%, Schweiz 4.5%.

Sektoren (justETF, Stand 30.06.2026): Finanzen 29.29%, Gesundheitswesen 10.86%, Industrie 9.63%, Nicht-zyklische Konsumgüter 9.22%, Technologie 9.12%, Energie 8.16%, Rest 23.72%.

Mit rund 37.6% (bzw. 40.0% laut Vanguard) ist der USA-Anteil zwar tiefer als bei FGQC (~70–73%), aber immer noch deutlich höher als bei TDIV (~15–16%) — und mit einem KGV von 17.2x (Vanguard-Factsheet) sind die US-Positionen entsprechend höher bewertet als der Rest des Portfolios.

Der wichtige Unterschied zu allen vier bisherigen Teilen der Serie: Schwellenländer sind hier tatsächlich vertreten. Taiwan (3.26%), China (2.76%) und Südkorea (1.16%) allein summieren sich auf rund 7.2% — plus vermutlich weitere EM-Positionen innerhalb der nicht einzeln aufgeführten 12.98% „Rest“. TDIV, FGQC, CHDVD und CHDIR sind allesamt strukturell auf Industrieländer (bzw. nur die Schweiz) beschränkt; hier fehlt dieser blinde Fleck erstmals nicht.

Optimized Sampling — und wann das zum Problem wird

Bei über 2’430 Indexkonstituenten wäre eine 1:1-Vollreplikation teuer und ineffizient — viele der kleinsten Positionen sind dünn gehandelt, gerade in Schwellenländern. Vanguard hält deshalb „nur“ 2’368 der 2’430 Indextitel (rund 97.5% Überschneidung) — eine repräsentative Stichprobe, die Sektor-, Länder- und Faktor-Exposure des Index so genau wie möglich nachbildet, ohne jede einzelne Mikro-Cap-Position halten zu müssen.

Weder das KID noch das Factsheet weisen eine explizite Tracking-Differenz in Prozentpunkten aus. Mit 2’368 von 2’430 gehaltenen Titeln ist die Lücke rein zahlenmässig klein, und bei einer derart etablierten, knapp USD 10 Mrd. schweren Anteilsklasse würde ich hier keine grossen Alarmglocken läuten.

Wo optimized sampling aber tatsächlich zum Problem werden kann: in Marktphasen mit Stress oder plötzlichen Index-Umschichtungen, wenn die ausgeklammerten oder ersetzten Titel sich anders verhalten als ihre Stellvertreter im Fonds — typischerweise am ehesten in illiquiden, kleineren Marktsegmenten (Small Caps, gewisse Schwellenländer mit Kapitalverkehrskontrollen), nicht im breiten, liquiden Kern des Portfolios.

Performance im Vergleich: VHYL in USD und CHF — inklusive Währungseffekt

Anders als bei TDIV (Fondswährung EUR) ist die Basiswährung hier USD. Zuerst die offiziellen, annualisierten Zahlen direkt aus dem Vanguard-Factsheet — netto nach Kosten, Basis USD, Stand 30.06.2026:

ZeitraumFonds (Ø p.a., USD)Benchmark (Ø p.a., USD)
1 Jahr24.33%24.28%
3 Jahre18.10%18.01%
5 Jahre11.02%10.95%
10 Jahre10.07%10.01%
Seit Auflegung (21.05.2013)8.05%7.98%

Vanguard-Factsheet, Stand 30.06.2026. Fonds und Benchmark laufen über den gesamten Zeitraum praktisch im Gleichschritt — ein gutes Indiz dafür, dass das optimized sampling in der Praxis sauber funktioniert.

Für dich als Schweizer Anleger zählt aber die tatsächliche kumulierte Rendite, nicht die annualisierte Fondssicht. Die gibt es sowohl in USD (der Fondsbasiswährung) als auch in CHF, beide echte, unabhängig voneinander abgerufene justETF-Werte — keine eigene Näherungsrechnung:

ZeitraumGesamtrendite USDGesamtrendite CHF
Lfd. Jahr (YTD)+17.85%+20.68%
1 Jahr+26.91%+27.92%
3 Jahre+72.09%+58.92%
5 Jahre+75.27%+54.59%
Seit Auflage (MAX, 21.05.2013)+191.38%+143.96%

Quelle: justETF-Rendite-Tab, USD- und CHF-Ansicht, Stand 14.08.2026.

Überleitung USD → CHF (echte Zahlen, justETF)
USD-Gesamtrendite seit Auflegung+191.38%
CHF-Gesamtrendite seit Auflegung+143.96%
= Differenz, im Kern Währungseffekt USD/CHF≈ 47.4 Prozentpunkte

Über die gut 13 Jahre seit Auflegung liegt die USD-Gesamtrendite bei +191.38%, die CHF-Gesamtrendite bei +143.96% — eine Differenz von rund 47.4 Prozentpunkten, weil der Dollar gegenüber dem Franken über diesen Zeitraum spürbar an Wert verloren hat. Das ist ein deutlicher, aber etwas kleinerer Effekt als bei TDIV (dort 53.45 Prozentpunkte über 10 Jahre, siehe Teil 3).

Wichtig dabei, und das relativiert das Fremdwährungsrisiko: Es hat die Rendite gedämpft, aber keineswegs zunichtegemacht — mit +143.96% seit Auflegung und +54.59% über 5 Jahre bleibt auch die tatsächlich in der Schweiz realisierte CHF-Zahl sehr solide.

Wer nur auf die (oft zuerst angezeigte) USD-Zahl schaut, überschätzt die eigene Rendite; wer das Fremdwährungsrisiko rein abstrakt als Gefahr einordnet, ohne sich die reale CHF-Zahl anzuschauen, unterschätzt sie eher.

Und jetzt der direkte Vergleich mit allen vier bisherigen Teilen der Serie — alle in CHF, ohne Währungsrauschen:

ETFBasiswährung1 Jahr3 Jahre5 JahreSeit Auflegung
VanEck Dividend Leaders (TDIV)CHF+28.64%+79.05%+101.11%+189.20% (10 J.)
Vanguard High Div. Yield (VHYL)CHF+27.92%+58.92%+54.59%+143.96% (13 J.)
Fidelity Global Quality Income (FGQC)CHF (gehedgt)+19.53%+47.90%+50.46%+91.10% (6 J.)
iShares Swiss Dividend (CHDVD)CHF+17.70%+43.56%+183.75% (12 J.)
UBS MSCI Swiss Dividend (CHDIR)CHF+13.41%+22.22%+23.53% (3.3 J.)

Quellen: justETF bzw. eigene Performance-Charts, Stand Mitte August 2026 (aus Teil 1–4 der Serie). „–“ bedeutet: für diesen Zeitraum liegt aus dem jeweiligen Teil-Artikel keine CHF-Zahl vor. Die Spalte „Seit Auflegung“ vergleicht unterschiedlich lange Zeiträume (3.3 bis 13 Jahre) — nur zur groben Einordnung.

Die Antwort auf die Frage, die sich über die Serie aufgebaut hat: Ja, TDIV bleibt der Bestperformer in Franken — über 1, 3 und 5 Jahre liegt VanEck vor allen anderen vier Teilen der Serie, auch vor VHYL. Auffällig ist aber, wie nah die beiden global diversifizierten ETFs beieinanderliegen, gerade über 1 Jahr (+28.64% vs. +27.92%) — der Abstand wächst erst über 3 und 5 Jahre spürbar.

Das stützt die Vermutung, mit der ich in diesen Artikel gestartet bin, zumindest teilweise: TDIV ist konzentrierter (100 statt über 2’350 Titel), trägt mehr Fremdwährungsrisiko (EUR statt USD) und eine höhere TER (0.38% vs. 0.29%) — und wurde dafür in den letzten Jahren mit einer etwas besseren CHF-Performance belohnt. Ob dieses Muster anhält, ist offen; die letzten Jahre waren für Dividendentitel ausserhalb der US-Mega-Caps ausgesprochen günstig, und Vergangenheit ist keine Garantie für die Zukunft.

Schweizer Steuer-Check

Stempelsteuer (Umsatzabgabe): Weil VHYL in Irland domiziliert ist, gilt er wie FGQC und TDIV als „ausländisches“ Papier. Handelst du über eine Schweizer Bank oder einen Schweizer Broker, zahlst du als Privatanleger effektiv 0.15% Umsatzabgabe pro Transaktionsseite — doppelt so viel wie bei den beiden CH-domizilierten ETFs der Serie (dort 0.075%).

Handelst du stattdessen über Interactive Brokers*, fällt die Stempelsteuer wie bei den anderen vier Teilen der Serie komplett weg — IBKR ist kein Schweizer Effektenhändler und damit von der Abgabe nicht erfasst. Bekannter Nachteil bleibt: kein automatisches Schweizer Steuerreporting, Ausschüttungen und Bestände musst du selbst in der Steuererklärung erfassen.

Verrechnungssteuer (CH): Entfällt. Die Schweizer Verrechnungssteuer (35%) wird nur auf Ausschüttungen von in der Schweiz domizilierten Fonds erhoben. VHYL ist in Irland domiziliert — hier greift sie nicht.

US-Quellensteuer auf Fondsebene

Wie bei FGQC (Teil 4) nutzt auch VHYL über sein irisches Domizil das Doppelbesteuerungsabkommen USA–Irland, wodurch US-Dividenden im Fonds i. d. R. nur mit 15% US-Quellensteuer statt dem Standardsatz von 30% belastet werden. Mit rund 37.6% (justETF) bzw. 40.0% (Vanguard) USA-Anteil betrifft das einen substanziellen, aber deutlich kleineren Teil des Portfolios als bei FGQC (~70–73%).

Kein zusätzlicher Formular-DA-1-Aufwand wie bei TDIV/Niederlande — Irland erhebt keine eigene Quellensteuer auf Ausschüttungen an ausländische Anleger, die 15% US-Quellensteuer ist bereits in der ausgewiesenen Fondsperformance eingepreist. Mehr zum Grundprinzip: Quellensteuer Schweiz: US-Dividenden zurückfordern — und warum das ETF-Domizil entscheidet.

Dividenden als Einkommen: Wie bei den anderen vier Teilen der Serie gilt: Jede Ausschüttung ist zu deinem persönlichen Grenzsteuersatz als Einkommen steuerpflichtig. Mit einer Ausschüttungsrendite von rund 2.38% liegt VHYL nahe bei CHDVD (2.21%) — beide am unteren Ende der Serie — aber wie bei allen fünf ETFs zahlst du auf diese laufenden Ausschüttungen Einkommenssteuer, während unrealisierte Kursgewinne für Schweizer Privatanleger steuerfrei bleiben.

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Meine Einordnung

Was mir an VHYL gefällt, und zwar in mehrfacher Hinsicht mehr als bei den vier anderen Teilen der Serie: Mit über 2’350 Positionen und einer Top-10-Konzentration von nur 10.70% ist das der mit Abstand am breitesten diversifizierte ETF, den ich mir hier angeschaut habe — kein Vergleich zu den 17–100 Titeln der anderen vier.

Mit 13 Jahren Track Record seit 2013 ist das ausserdem der am längsten laufende Fonds der Serie, und die tiefste Risikoklasse (3 von 7) sowie die tiefste 1-Jahres-Volatilität (8.67%) bestätigen, dass diese Diversifikation auch tatsächlich etwas bringt. Preislich liegt die TER von 0.29% genau dort, wo ich sie erwarten würde: günstiger als TDIV (0.38%) und deutlich günstiger als FGQC (0.45%), aber immer noch teurer als die beiden CH-domizilierten ETFs (0.15%/0.12%).

Und zum ersten Mal in der Serie sind auch Schwellenländer tatsächlich vertreten (Taiwan, China, Südkorea zusammen rund 7.2%) — ein echtes strukturelles Plus gegenüber TDIV, FGQC, CHDVD und CHDIR, die alle vier auf Industrieländer bzw. die Schweiz beschränkt sind. Und in den Top-10-Positionen: keine einzige der Mega-Cap-Tech-Wetten, die mir bei FGQC negativ aufgefallen sind — stattdessen ein breiter Korb aus Finanz-, Gesundheits- und Konsumtiteln.

Was ich aber nüchterner einordnen würde, als es beim ersten Draufschauen aussieht: Das Fremdwährungsrisiko ist real — die Überleitung oben zeigt rund 47 Prozentpunkte Differenz zwischen USD- und CHF-Rendite seit Auflegung —, aber es hat die Rendite in der Vergangenheit gedämpft, nicht zerstört. Mit +143.96% seit Auflegung und +54.59% über 5 Jahre bleibt auch die tatsächlich realisierte CHF-Rendite überzeugend, und das ist letztlich die Zahl, die für dich als Schweizer Anleger zählt.

Ähnlich beim „optimized sampling“: Mit 2’368 von 2’430 gehaltenen Titeln (rund 97.5% Abdeckung) und einer Fondsrendite, die praktisch deckungsgleich mit der Benchmark läuft, sehe ich hier in der Praxis kein echtes Problem — der Vollständigkeit halber halte ich trotzdem fest, dass VHYL der einzige ETF der Serie ist, der nicht zu 100% physisch vollständig repliziert.

Und dass VHYL ausschüttet statt thesauriert, teilt er sich mit allen vier anderen Teilen der Serie — kein spezifischer Nachteil dieses einen ETFs, sondern ein Merkmal der ganzen Kategorie „Dividenden-ETF“.

Anders als bei den anderen vier Teilen der Serie fällt mir das Fazit hier nicht leicht. TDIV aus Teil 3 bleibt zwar der Bestperformer der Serie in Franken, aber VHYL kontert mit deutlich mehr Diversifikation, dem längsten Track Record, einer tieferen TER, tieferer Volatilität und echtem Schwellenländer-Exposure — und liegt gerade über 1 Jahr performancemässig erstaunlich nah dran. Wenn ich mich zwischen den beiden entscheiden müsste, wüsste ich ehrlich gesagt nicht genau, für welchen ich mich entscheiden würde — ein Mix aus beiden wäre vermutlich die pragmatischste Lösung.

Für mein eigenes, auf Kursgewinne statt auf Ausschüttungen ausgelegtes Depot bleibt es trotzdem bei einem Pass für die ganze Serie — nicht weil einer dieser fünf ETFs schlecht gemacht wäre, sondern weil das Grundkonzept „ausschüttend“ nicht zu meiner Strategie passt.

Häufige Fragen

Ist der Vanguard FTSE All-World High Dividend Yield ETF (IE00B8GKDB10) für die Säule 3a geeignet?

Nein — auch dieser ETF ist nicht als 3a-konformes Produkt strukturiert. Für die Säule 3a brauchst du spezifische 3a-Wertschriftenlösungen deiner Bank oder Vorsorgestiftung.

Ist optimized sampling schlechter als die volle physische Replikation der anderen vier ETFs der Serie?

Nicht grundsätzlich. Bei über 2’430 Indexkonstituenten wäre eine 1:1-Nachbildung unnötig teuer und ineffizient, gerade bei dünn gehandelten Kleinstpositionen. Vanguard hält 2’368 der 2’430 Titel — eine sehr hohe Überschneidung. Zum echten Problem kann es vor allem in Marktstress-Phasen oder bei plötzlichen Indexumschichtungen werden, wenn sich die als Stellvertreter gehaltenen Titel anders verhalten als die ausgeklammerten. Eine explizite Tracking-Differenz weisen weder KID noch Factsheet aus.

Ist VanEck (TDIV) wirklich der Bestperformer der ganzen Serie in Franken?

Ja, gemessen an den verfügbaren 1-, 3- und 5-Jahres-Zeiträumen in CHF liegt TDIV vor allen vier anderen Teilen der Serie, auch vor dem deutlich breiter diversifizierten VHYL. Mehr Diversifikation und tiefere Volatilität gingen hier tendenziell zulasten der Rendite — ob sich das fortsetzt, ist offen.

Enthält VHYL Aktien aus Schwellenländern, anders als die übrigen vier ETFs der Serie?

Ja. Taiwan, China und Südkorea machen zusammen rund 7.2% des Portfolios aus (justETF) — plus vermutlich weitere, nicht einzeln ausgewiesene EM-Positionen. TDIV, FGQC, CHDVD und CHDIR sind dagegen alle strukturell auf Industrieländer bzw. die Schweiz beschränkt.

Zahle ich bei VHYL Stempelsteuer, wenn ich über Interactive Brokers handle?

Nein. Wie bei den anderen vier Teilen der Serie entfällt die Schweizer Umsatzabgabe, weil IBKR kein Schweizer Effektenhändler ist. Handelst du stattdessen über eine Schweizer Bank, zahlst du wegen des irischen Fondsdomizils 0.15% statt der 0.075% bei CHDVD/CHDIR.

Muss ich für VHYL ein Formular DA-1 ausfüllen, so wie bei TDIV?

Nein. Wie bei FGQC (Teil 4) erhebt Irland keine eigene Quellensteuer auf Ausschüttungen an ausländische Anleger. Die bereits auf Fondsebene eingepreiste US-Quellensteuer von 15% betrifft dich nicht direkt — du deklarierst die Ausschüttungen einfach wie gewohnt als Einkommen.

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Teil 3 der Serie
VanEck Dividend Leaders ETF (NL0011683594) im Steckbrief — der Bestperformer der Serie
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Teil 4 der Serie
Fidelity Global Quality Income ETF (IE00BMG8GR03) im Steckbrief
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Teil 1 der Serie
iShares Swiss Dividend ETF (CH0237935637) im Steckbrief

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Keine Anlageberatung. Ich teile meine persönliche Meinung und wie ich selbst investiere. Die genannten Zahlen sind sorgfältig recherchiert — teils aus dem offiziellen Key Information Document und Vanguard-Factsheet, teils von justETF — aber keine Garantie für zukünftige Renditen und keine Steuer- oder Rechtsberatung. Triff eigene Entscheidungen und konsultiere bei Bedarf einen zugelassenen Finanzberater oder Treuhänder.